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X-mas Wars

Heilig Abend, ganz Deutschland sitzt gemütlich unter dem Weihnachtsbaum zusammen. Ganz Deutschland? Nein, ein kleines Grüppchen aus Berlin leistet dem allgemeinen Trend Widerstand und reißt nach Thailand. Und nicht nur das, jetzt gehen die beiden auch noch am Abend des 24. Dezember ins Kino, um sich Episode 7 von Star Wars anzugucken.

Dazu fuhren wir in die CentralFestival Shopping-Mall von Chiang Mai und besuchten dort neben H&M, Ecco, Esprit… auch das Major Cineplex, in dem der Film in 3D und 4DX (!), aber auch in normalem 2D lief – für uns ideal.

ri unter dem Weihnachtsbaum
Thailändischer Weihnachtsbaum.

Wir waren auch nicht die einzigen Gäste im Kino. Einige Thais, die meist nichts mit Weihnachten und anscheinend auch nichts mit 3D anfangen konnten, waren in derselben Vorstellung. Bild und Ton waren modern und laut, aber das Interessanteste passierte vor dem eigentlichen Film. Es wurde eine Art Huldigung (Kritiker würden Propaganda dazu sagen) von Bhumibol, Thailands König, gezeigt. Der gesamte Kinosaal stand sofort auf – wir natürlich auch – und blieb bis zum Ende der Huldigung stehen. Bei mir im Kopf lief die Szene mit Merkel bzw. Gauck in Deutschland ab – hat irgendwie nicht funktioniert. 🙂

Der Film war übrigens ganz okay, kann man sich anschauen.

Freizeit in Chiang Mai oder warum sich Mönche die Haare rasieren

Während gu sein Elefanten-Abenteuer erlebt, genieße ich die beiden Tage in Chiang Mai ganz einfach ohne Pläne. Wie das geht? Erst mal lange frühstücken im Blue Diamond Breakfast Club – mit Avocado-Omelette, frischen Früchten, hausgemachtem Brot und tollen Teesorten. Man kann hier herrlich Gesprächen lauschen, z.B. haben die Leute neben mir mit Jim Jarmusch und Tom Waits zusammengearbeitet. Aha, die machen also was mit Film…

Chiang Mai hat einen von einer Stadtmauer umschlossenen Altstadtkern. Hier kann man sich von einer Gasse zur nächsten und von Tempel zu Tempel treiben lassen. Ja, ich habe wieder waghalsig meine Schuhe vor den Tempeln abgestellt und sie jedes Mal wieder gefunden – vielleicht sieht man ihnen an, dass ich damit schon ein paar Jahre joggen gehe?

Glitzernde Nagas (Schlangen) am Tempeldach.
Glitzernde Nagas (Schlangen) am Tempeldach.
Weißer Buddha - wunderschön, oder?
Weißer Buddha – wunderschön, oder?
König Bhumibol wird auch im Tempel verehrt.
König Bhumibol wird auch im Tempel verehrt.
Buddhistische Weisheit - auch für Autoren.
Buddhistische Weisheit – auch für Autoren.

In einem der Tempel gab es gestern Monk Talks – Gespräche mit Mönchen. Natürlich habe ich mich gleich dazu gesetzt, in der Absicht ein bisschen zuzuhören. Doch dann hatte ich plötzlich einen eigenen, begrenzt englisch sprechenden, jungen Mönch vor mir, dem ich Fragen stellen konnte… ähh…okay… Naja, so habe ich dann gelernt, dass sich die Mönche die Köpfe rasieren, um symbolisch alles Überflüssige loszuwerden. Und wisst ihr wie oft und wann sich die Mönche die Haare schneiden? Einmal im Monat, immer zu Vollmond. 😀

Heute hatte ich übrigens das Glück, von einem Mönch gesegnet zu werden und trage jetzt wieder ein kleines weißes Armbändchen. Das bringt Glück! 🙂

Mönche im Tempel auf dem Berg Doi Suthep.
Mönche im Tempel auf dem Berg Doi Suthep.
Klassenausflug: Der Mönch hält einen Video-Vortrag.
Klassenausflug: Der Mönch hält einen Vortrag.

Für das Abendessen gehe ich übrigens „immer“ um die Ecke zu Bamboo Bee, dem besten vegetarischen Lokal in Chiang Mai (kenne zwar nur dieses, aber ich bin mir sicher, besser geht’s nicht!). Hier war ich schon auf der letzten Reise und die gute Bebee konnte sich sogar noch an mich erinnern. Mit meinem gestrigen Tischnachbarn aus Shanghai habe ich mich dann sehr angenehm unterhalten. Er war extra angereist, um am Sonntag den Halbmarathon zu laufen! Dieser fand bereits morgens um 5 Uhr statt, bevor die Sonne aufgeht.

Mal sehen, was mein heutiger Tischnachbar zu erzählen hat – er war in einem Elefantencamp 😉

Bamboo Bee mit meinem Tischnachbarn ;-)
Bamboo Bee mit meinem Tischnachbarn 😉
Super Green Smoothie + Banana Chocolate Frappé
Super Green Smoothie + Banana Chocolate Frappé

Mit dem Rad durch die Geschichte

Gestern sind wir bereits in Chiang Mai, der größten Stadt im Norden von Thailand, angekommen – diesmal mit dem Bus, der hier einfach unschlagbar billig ist. Bei umgerechnet knapp 6 Euro pro Person für 300 km reist man zwar nicht mehr „Boutique“, aber dennoch bequem.

Gu ist heute Morgen dann gleich zu seinem Elefanten-Abenteuer aufgebrochen, so dass ich nun 2 Tage Freizeit habe – Zeit zum Schreiben, denn wir müssen mit unserem Blog noch einiges aufholen 😉

In Sukhothai faulenzten wir nämlich nicht nur in unserer kleinen Oase von Guesthouse sondern unternahmen eine Reise in die Geschichte Thailands. Mit Fahrrädern erkundeten wir die Ruinenstadt Alt-Sukhothai. Es war verdammt heiß und das Areal sehr weitläufig, so dass wir im Schneckentempo in die Pedalen traten und viele Tempelruinen „mutig“ ausließen. An Angkor Wat, sagten wir uns, kommt sowieso nichts mehr heran 😉
Gelohnt hat sich die schweißtreibende Mühe aber dann doch:

Unsere klapprigen Drahtesel mit laut quietschender Bremse
Unsere klapprigen Drahtesel…
Thailands Vater: König Ramkhamhaeng.
Thailands Vater: König Ramkhamhaeng.
Gu kommt, Hund geht.
Gu kommt, Hund geht.
Omm...
Omm…
Inmitten der Ruinenstadt.
Inmitten der Ruinenstadt.
...und noch ein Selfie mit dem Buddha.
…und noch ein Selfie mit dem Buddha.

Zurück zum Guesthouse nahmen wir, wie auf der Hintour, den lustigen, klapprigen Touri-Bus. Am Einstieg gab es eine Klingel, mit der man dem Fahrer anzeigen konnte, zu halten. Ach, es ist immer wieder aufregend, sich in einer fremden Umgebung an den eigenen Weg zu erinnern, wenn man aus der entgegengesetzten Richtung kommt und man sich den Hals verbiegen muss, um genug zu sehen. Aber wenn es dann klappt – das kleine Glück ist eben das schönste 🙂

Eine Busfahrt, die ist lustig...
Eine Busfahrt, die ist lustig…

Live aus dem Elefantencamp

Hier ein kleiner Zwischenbericht von meinem 2-tägigen Education Trip der Special Elephants Tour. 60 km von Chiang Mai entfernt, erlebe ich (ri kennt das schon und hat sich ausgeklinkt) echte Elefanten, ganz nah und direkt. Das klingt nach einem total coolen Doku-Film: „Echte Elefanten, ganz nah und direkt“. Naja, es war den Tag über sehr sonnig.

Heute habe ich gelernt, dass nur asiatische echte Elefanten sind (afrikanische sind zoologisch irgendwas anderes), außerdem wie man hoch-, mit ihnen vorwärts- und wieder runterkommt. Das coolste aber ist: Mir gehört nun ein weiblicher Elefant namens Mebuntong, yeah – Nennwert laut Mahout (Elefantenführer) ca. 40 – 50.000 Euro. Leider gehört mir Mebuntong nur bis morgen mittag, dann muss ich meinen süßen Dickhäuter wieder abgeben.

Und hören tut sie natürlich auch nicht auf mich. Ich kenne zwar Kommandos wie „Hu“ (weiter, los), „Hau“ (stop) und „Kwee“ (nach links oder rechts), die ich dann mit einem kleinen Haken und meinen Unterschenkeln unterstützen muss, letztlich reagiert Mebuntong, mein kleiner niedlicher Schatz, aber nur auf seinen Mahout zuverlässig – egal wie energisch ich auf ihrem Rücken rumturne.

Trotzdem ein großer Spaß, den man auch so ausdrücken könnte: „Und, was hast du heute gemacht?“ – „Ich, ich hab heute auf die Hintern von dutzenden Elefanten gestarrt.“ Mebuntong lief nämlich ganz am Ende der Elefantengruppe. 🙂 Morgen steigen wir übrigens einen Berg hinauf, auf dem Rücken eines Elefanten. Ich habe ein bisschen Angst… Auch ein cooler Filmtitel: „Den Berg hinauf, auf dem Rücken…“. Oh Mann, ich gehe jetzt besser schlafen…

Sukhothai, Wiege Thailands

Weil wir noch keinen Bock auf eine lange Busfahrt hatten (kommt wahrscheinlich noch oft genug), buchten wir schon zu Hause den Flug von Bangkok zur nächsten Reisestation Sukhothai, der Wiege Thailands. Die alte Hauptstadt liegt ungefähr auf halbem Weg nach Chiang Mai, der übernächsten Station. Am riesigen internationalen Flughafen in Bangkok stiegen wir in eine eher kleine Propellermaschine, die auf dem 75-minütigen Flug sogar ein warmes Essen anbot. Wegen des Begriffs „Propeller“ bekam ri die ganze Zeit nicht das Bild von einer klapprigen Maschine mit notorisch betrunkenem Piloten und Hühnerkäfigen in der Kabine aus dem Kopf.

Kabine
In der Kabine – ganz ohne Hühner.  
Propellermaschine
Unsere Propellermaschine – noch gut in Schuss.

Aber alles ging gut und wir kamen sicher auf dem niedlich kleinen Flugplatz von Sukhothai an. Unser Reisehandbuch spricht beim Flughafengebäude übrigens von der Atmosphäre einer Hotellobby – kommt ziemlich gut hin. Dort wurde fast alles per Hand erledigt, keine endlosen Terminals oder Gepäckbänder. Unsere großen Rucksäcke wurden zusammen mit dem Gepäck der anderen Passagiere von ca. 6 Helfern an eine Art Rampe geliefert, von der wir es direkt mitnehmen konnten. Von Landung bis Verlassen des „Terminals“ hat es gefühlte 5 Minuten gedauert, top.

Flugplatz
Der Flugplatz, auch als Garten nutzbar.
Flughafen-Terminal für die Ankunft
Flughafen-Terminal – ein großes Wort…

Nach dem Transfer nach Neu-Sukhothai landeten wir schließlich in unserem ebenso netten Gasthaus „Sabaidee“. Das bedeutet übrigens so viel wie „Mir geht’s gut“ – uns übrigens auch! 🙂

Sabaidee Gasthaus
Sabaidee – hier geht’s uns gut.
Teich im Sabaidee-Garten
Ein Teich vor unserem persönlichen Reich, äh Zimmer.